Vor knapp neun Monaten hätte ich nicht im Traum daran gedacht, welche Resonanz ich auf meine Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse bekommen würde. Als ein junger Mann im Zug zwischen Köln und Berlin nach unserem Gespräch einfach vorschlug, meine entsprechenden Gedanken zu teilen. Seit dem Start dieses Blogs haben sich zwischenzeitlich nicht nur fast 80.000 Leser/innen dafür interessiert. Sondern mir auch in Dutzenden von Kommentaren ihre persönlichen Erlebnisse geschildert und sich an entsprechenden Diskussionen beteiligt.

Dabei bin ich auch von vielen gefragt worden, was das Geheimnis für diesen unerwarteten Zuspruch ist und ob ich meine diesbezüglichen Erfahrungen nicht entsprechend teilen möchte. Sehr gerne komme ich mit diesem Artikel den entsprechenden Wünschen nach. Auch wenn ich mir dabei nicht anmaße, den „Stein des Weisen“ gefunden zu haben  und quasi ein „Kochrezept“ für entsprechende Bekanntheit und Akzeptanz von unterschiedlichen Blogs und Inhalten liefern zu können.

1) Grundsätzliches

Wer gerne schreiben möchte, sollte gerne schreiben wollen. Spass daran haben und vielleicht auch schon ein bisschen Übung. Es ist ähnlich wie bei der Empfehlung von Konfuzius, dass „man einen Beruf wählen soll, den man liebt. Dann braucht man keinen Tag seines Lebens mehr zu arbeiten“. Bei dieser „Liebe“ und bei dem entsprechenden Schreiben kommt es aus meiner Sicht dann weniger auf die korrekte Kommasetzung an, sondern auf ein flüssiges Schreiben, an dem auch der Leser/die Leserin Spass hat.

2) Für wen schreibe ich?

Bevor man loslegt, sollte schon in Grundzügen klar sein, wer mit den Gedanken und Beiträgen überhaupt erreicht werden soll. Die „private“ Person, Angestellte, Selbstständige, Führungskräfte, Fachleute, Unternehmer, oder alle zusammen? Hauptsächlich junges Publikum, oder Ältere, Männer, Frauen, aus welchen sozialen Schichten, vielleicht sogar nur in ausgewählten Regionen, oder Branchen? Mit speziellen Interessen, einer ganz besonderen Einstellung zum Leben, oder vielleicht nur der eigene Freundeskreis. Diese Fragen sollte man sich durch den Kopf gehen lassen, bevor man sich an den Schreibtisch setzt und in die Tasten hämmert.

3) Erzählen Sie Geschichten!

Niemand will zum Hundertsten die gleichen Ratschläge lesen, wie man abnehmen kann, zum Nichtraucher wird und die Liebe seines Lebens findet. Oder gleichzeitig reich, berühmt, gesund und glücklich sein kann. Im Endeffekt ist es wie vor ein paaar Hundert Jahren, als Menschen an einem Lagerfeuer sassen und sich gegenseitig Geschichten erzählten. Was sie besonderes erlebten, von wem sie lernten, was sie begeistert oder inspiriert hat. Meistens haben die Älteren erzählt und die jungen zugehört. Oft sind dann auch die Geschichten beim Weitererzählen immer weiter ausgeschmückt worden, und aus der berühmten „Mücke“ ist dann der Elefant entstanden.

Aber Mücke hin oder her, machen Sie es einfach so, wie die alten Indianer. Schreiben Sie Geschichten die zum Nachdenken anregen, Werthaltiges und eine entsprechende Inspiration bieten. Bringen Sie dabei auch Ihre eigene „Geschichte“ mit ein, wie weit Sie die Türe zu Ihrem Privatleben und zu Ihrem Innersten öffnen, bleibt Ihnen überlassen. Bei meinem Beitrag „What a wonderful world“ habe ich zum Beispiel meine eigene Geschichte und meine Erlebnisse mit dem Leben,  Sterben und mit dem Tod mit eingebrach und damit auch ein bisschen verarbeitet.

Denken Sie dabei aber auch bitte daran, dass Ihre Leser/innen nicht an Selbstdarstellungen („ich bin der Beste, Schönste, Tollste, Erfolgreichste,..“) interessiert sind, sondern aus Ihrem Beitrag etwas mitnehmen möchten. Ihr Publikum achtet sehr genau darauf, wer die Person hinter der Geschichte ist. Auch darauf, ob das Geschriebene plausibel, nachvollziehbar, glaubwürdig und authentisch klingt. Oder ob es wieder einmal nur ein ganz normaler „Werbetext“ ist, nur diesmal von jemand anderem geschrieben.

4) Überschrift

Wie bei einem Buch oder bei einem Film ist der entsprechende Titel enscheidend. Wenn ich mit der Überschrift nicht neugierig mache, liest niemand den entsprechenden Inhalt. Die Überschriften sollten deswegen kurz, knapp und spannend gehalten werden. Aber auch wieder zur Zielgruppe und dem erwarteten Mehrwert passen. Stellen Sie mit der Überschrift zum Beispiel eine Frage, provozieren Sie, wecken Sie Emotionen, wählen Sie ungewöhnliche Analogien oder Wortkombinationen. Meine meistgelesensten Beiträge trugen zum Beispiel die Überschrifen „Übrigens: Ich lese keine emails“ und „Da brach sie in Tränen aus„!

5) Umfang des Artikels

Dieser Umfang hängt natürlich auch vom Thema Ihrer Gedanken ab. Leider gibt es aber immer weniger Menschen, die viel lesen und lange Artikel mögen. Nichtsdestotrotz (was für ein schönes Wort!) würde ich aber keine Beiträge empfehlen, die weniger als ca. 400-500 Wörter beinhalten. Irgendwo habe ich auch gelesen, dass Suchmaschinen wie Google besonders gut auf Artikel reagieren, die mindestens 1.000 Wörter haben. Ich halte mich auch deswegen an diese Empfehlung, wobei ich mich aber auch nicht abhalten lasse, auch einmal nach unten oder oben auszubrechen. Gerade, wenn ich versuche, komplexe Zusammenhänge zwar  einfach darzustellen. Aber für diese Darstellung „Zahlen, Daten und Fakten“ verwende, die ich vorher intensiv recherchiert und in meine Beiträge mit Quellenverweis eingebunden habe. Wie zum Beispiel beim Thema Soziale Gerechtigkeit oder was ein DREAM TEAM ausmacht.

6) Ein Bild sagt mehr, wie Tausend Worte!

Natürlich ist Schreiben nicht Malen, oder Singen. Und für die Attraktivität eines entsprechenden Artikels sind der Inhalt des Artikels und die gewählte Überschrift entscheidend. Aber für die perfekte Abrundung und für den ersten Eindruck (für den es keine „zweite“ Möglichkeit gibt) sorgt ein sorgsam ausgewähltes Bild. Welches auf den ersten Blick die Aufmerksamkeit des Betrachters fesselt und die Botschaft des Artikels transportiert. Bei der Auswahl der entsprechenden Bilder sind  natürlich auch die jeweiligen „Rechte“ an diesem Bild zu berücksichtigen. Wer kein eigenes Bild zur Verfügung hat, für den gibt es eine Menge von Plattformen, auf dem man schon für wenig Geld passende Bilder mit den jeweiligen Lizenzen erwerben kann. Ob dies zum Beispiel Shutterstock oder Fotalia ist, überlasse ich Ihnen. Das verwendete Bild für diesen Beitrag habe ich mir bei Shutterstock besorgt. In einem Paket, bei dem ich für 12 Bilder nicht einmal fünfzig Euro bezahlt habe.

7) Regelmässigkeit und Zeitaufwand

Ein veröffentlichter Artikel in einem Jahr bringt dabei genauso wenig, wie jeden Tag zwei. Seien Sie sich deswegen vor dem Start eines Blogs im klaren, wieviel „Futter“ sie haben und ob Sie in einem Zeitraum von zwei Jahren um die 50 unterschiedliche, spannende, wertvolle Beiträge veröffentlichen können. Diese Zahl ergibt sich zum Beispiel daraus, dass die Veröffentlichungen in einem vierzehntägigen Abstand erfolgen. Auch um Ihre Leser an diese Veröffentlichungen zu gewöhnen, diese an Sie zu binden und auf den kommenden Beitrag neugierig zu machen.

Und dieser Rythmus und die Zahl der Veröffentlichungen benötigen natürlich Zeit. Zeit, die Sie einplanen sollten, die aber nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Je nach Inhalt des Artikels und je nach Ihrer „Fingerfertigkeit“ können dies schon mal zwei bis vier Stunden sein, die anschliessende „Öffentlichkeitsarbeit“ (Bekanntmachung über Social Media, entsprechende Plattformen und Gruppen) und Zeit zur Beantwortung von Kommentaren nicht zu vergessen.

8) Wie es weiter geht

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir zu meinen bisherigen Empfehlungen Ihre Rückmeldung geben könnten. Ob diese Ratschläge Ihre Zustimmung finden, oder ob Sie andere Erfahrungen gemacht haben und andere, zusätzliche Hinweise geben würden. Diese Rückmeldungen binde ich dann sehr gerne in die Fortsetzung dieses Artikels mit ein, auch bei folgenden Themen:

  • Behandlung von Kommentaren
  • Blog mit/ohne Werbung (Banner, Links,..)
  • Zusammenarbeit mit anderen Bloggern
  • Bekanntmachung/Kommunikation

Sehr gerne können Sie für Ihre Antwort die entsprechende Kommentar-Funktion bei diesem Beitrag verwenden. Oder mich ganz einfach unter „Ich freue mich“ direkt kontaktieren.