In der Antarktis und in den Alpen schmelzen Gletscher, ganze Berge begraben Dörfer unter sich, Sintflutartige Regenfälle setzen Deutschland unter Wasser. Zusammen mit den dabei auftretenden Orkanen werden in immer kürzeren Abschnitten ganze Landstriche verwüstet und Existenzen vernichtet. Auf den Feldern verfaulen Getreide und Kartoffeln, an den Bäumen das Obst. In Süd-Europa wird mit wochenlangen Temperaturen um die 40 Grad (im Schatten) der Notstand ausgerufen. Nicht nur in Portugal, Korsika und Italien wüten furchtbare Brände, die Wälder und Häuser zerstören.

Auch durch diese weltweiten Klimakatastrophen verlieren Millionen Menschen schlichtweg ihre Lebensgrundlage und werden zur Flucht aus ihren Heimatländern gezwungen. Die entsprechende Not und das jeweilige Elend klopfen an unsere Tür und bitten um unsere Hilfe. Auch wenn wir selber vor unsere Türe treten, erleben wir hautnah die Auswirkungen unserer Lebensweise. Wenn wir uns zum Beispiel auf verstopften Strassen durch verdreckte Luft (die wir oft selber verursachen) zur Arbeit quälen, oder die Folgen dieser Umweltverschmutzung mit zunehmenden Krankheiten der Atemwege und anderer Organe bezahlen müssen.

Und da gibt es immer noch Menschen, die meinen, dass dies alles ganz normal ist und dass kein Grund zur Panik besteht. Wie der Präsident von einem der größten Umweltverschmutzer, den Vereinigten Staaten von Amerika. Der offizielle Berichte seiner Administration über die dramatische Klimaerwärmung negiert, Studien von anerkannten Wissenschaftlern, wie dem Potsdam-Institut für Klimaforschung, sowieso.  Und der mit einem Federstrich aus den bisherigen Vereinbarungen bezüglich Klimaschutz aussteigt, einfach so. Aber bevor wir mit dem Finger auf andere zeigen, wird es höchste Zeit, das endlich umzusetzen, zu dem sich auch Deutschland im sogenannten Pariser Abkommen verpflichtet hat. Dabei aber weit hinter den versprochenen und vereinbarten Zielen hinterherhinkt.

Da unser Klima aber keine Pause macht und nicht auf irgendwelche Beschlüsse, angestrebte Ziele, oder irgendwelche Wahlen wartet, wird es höchste Zeit zu handeln. Oder wie es Johann Wolfgang Goethe sagen würde: „Der Worte sind genug gewechselt, lasst mich auch endlich Taten sehen“! Aber welche Taten, was kann wirklich helfen? Und dies nicht erst in Hundert Jahren, sondern jetzt. Am besten schon ab morgen und am liebsten so nachhaltig wie möglich.

Beispiele von Möglichkeiten und entsprechenden Forderungen

Wie bei anderen, komplexen Problemen gibt es auch hier leider nicht DIE einzelne Massnahme, die quasi auf Knopfdruck alle Probleme auf einmal und von heute auf morgen lösen würde. Aber es existieren eine Vielzahl von Möglichkeiten, die einfach und schnell umgesetzt werden könnten. Wie zum Beispiel:

1. Konsequente Umsetzung der eingeleiteten Energiewende

  • Die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke sofort vom Netz nehmen.  Und gleichzeitig einen vollständigen Kohleausstieg, sowie die vollständige Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien im Strombereich bis 2030 einleiten.
  • Damit auch die Aufhebung der bisherigen Begrenzung des Ausbaus von Ökostrom aus Sonnen- und Windenergie.
  • Spezielle Unterstützung von Erzeugern erneuerbarer Energien, welche die damit erwirtschafteten Erlöse zumindest teilweise in der jeweiligen Region reinvestieren. Auch um durch die zusätzlichen Mittel Investitionen in die Infrastruktur tätigen zu können, um die anhaltende Landflucht und Veralterung der ländlichen Kommunen aufzuhalten.
  • Förderung des energetischen Wohnungsbaus. Egal, ob bei neuen Häusern und Wohnungen, oder bei der entsprechenden Nachrüstung.

2. Umweltfreundliche Modernisierung des Verkehrssektors

  • Gezielt den Bahnverkehr stärken, deutliche Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene.
  • Investitionen in die Infrastruktur des Öffentlichen Nahverkehrs mit Gestaltung eines entsprechenden, attraktiven Preis- und Benutzungssystems, einheitlich für ganz Deutschland.
  • Keine weitere Betrügerei bei Diesel-Autos. Komplette Umrüstung der „Dreckschleudern“ zu Lasten der jeweiligen Hersteller, nicht nur mit einem halbherzigen Software-Update. Sondern mit den zur Verfügung stehenden Hardware-Möglichkeiten, die zwar etwas teurer (ca. €. 1.500,– pro Fahrzeug) sind, aber wesentlich stärker die Abgase reduzieren.
  • Ab 2030 ausschließlich Autos mit abgasfreiem Antrieb neu zulassen.
  • Die Akzeptanz von Elektromobilität massiv unterstützen, dabei auch dem Vorbild von Norwegen folgen. Zum Beispiel über den ökologischen Umbau der Kfz-Steuer und die Förderung von Kommunen, die für den Öffentlichen Personen-Nah- und innerstädtischen Logistikverkehr Transportmittel mit dem E-Antrieb einsetzen.
  • Aufhebung des Steuer-Privilegs für Dieselkraftstoff und Ausdehnung der Maut für LKW auf Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen und auf das gesamte Netz der Bundes- und Landesstraßen. Verwendung der dadurch zur Verfügung stehenden Mittel zur umweltfreundlichen Modernisierung des gesamten Verkehrssektors.

 

Sind diese Vorschläge überhaupt kurzfristig umzusetzen, oder vielleicht sogar viel zu radikal? Ich meine, wir können nicht radikal genug handeln, für (faule) Kompromisse ist es längst zu spät. Es ist nämlich nicht mehr nur 1 Minute vor 12, sondern höchstens noch 1 Sekunde. Langes Debattieren, Schwadronieren, Philosophieren, Verharmlosen, Einknicken vor Lobbyisten einzelner Industriezweige, die Schuld bei anderen suchen und sich selber aus der Verantwortung nehmen, das können wir uns deswegen leider nicht mehr leisten.

Wir haben sprichwörtlich die Wahl, schon in ein paar Wochen mit unserer Stimme. Wollen wir so weitermachen wie bisher und unseren Kindern einen verwüsteten, ausgebeuteten, nicht mehr lebensfähigen Planeten hinterlassen? Oder fangen wir endlich an, die tickende Uhr anzuhalten, um aus dem tiefroten Bereich wieder in den grünen Sektor zurückzukehren? Eigentlich wäre es ganz einfach, um wieder der Empfehlung des „alten Geheimrates“, Johann Wolfgang von Goethe, zu folgen. Der den Weg zum Erfolg mit drei einfachen Buchstaben beschrieben hat: Nämlich TUN! Sie haben die Wahl…

 

 

Quelle Beitragsbild: www.gruene-bundestag.de